Radon und Gesundheit: Warum das Edelgas ein unterschätztes Lungenkrebsrisiko ist
Blog · ca. 4 Minuten · June 18, 2026
Radon ist nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs in Deutschland. Was über die Wirkung bekannt ist und warum Raucher besonders betroffen sind.

Radon riecht nicht, ist nicht sichtbar und verursacht keine akuten Beschwerden. Genau das macht es tückisch: Die gesundheitliche Wirkung zeigt sich, wenn überhaupt, erst nach vielen Jahren. Die Datenlage dazu ist dennoch deutlich.
Wie Radon in der Lunge wirkt
Nicht das Gas selbst ist das Hauptproblem, sondern seine radioaktiven Zerfallsprodukte. Sie lagern sich beim Einatmen in der Lunge ab und geben dort energiereiche Alpha- und Betastrahlung ab. Diese Strahlung kann Zellen im Lungengewebe schädigen und so langfristig das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.
Wie groß das Risiko ist
- Zweitwichtigste Ursache — Nach dem Rauchen zählt Radon zu den wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs in Deutschland.
- Rund 5 % der Todesfälle — Etwa jeder zwanzigste Todesfall durch Lungenkrebs in Deutschland lässt sich auf Radon zurückführen.
- Linearer Anstieg — Das Risiko steigt linear mit der Radonkonzentration und mit der Dauer, in der man ihr ausgesetzt ist. Auch niedrigere Werte sind über viele Jahre also nicht bedeutungslos.
Rauchen und Radon verstärken sich
Besonders wichtig für Raucher: Beide Risikofaktoren addieren sich nicht nur, sie verstärken sich gegenseitig. Wer raucht und zugleich in einem Gebäude mit erhöhter Radonkonzentration lebt, trägt ein deutlich höheres Risiko als jemand, der nur einem der beiden Faktoren ausgesetzt ist.
Einordnung der Zahlen
Gemessen wird Radon in Becquerel pro Kubikmeter Luft – ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde. Im Freien liegen die Werte in Deutschland im Jahresmittel meist zwischen 5 und 30 Becquerel pro Kubikmeter, in Wohnungen im Mittel bei etwa 65. Der gesetzliche Referenzwert für Aufenthaltsräume liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel.
Was daraus folgt
Weil Radon nicht wahrnehmbar ist, gibt es keine Warnzeichen, auf die man sich verlassen könnte. Die einzige Möglichkeit, die eigene Belastung zu kennen, ist eine Messung. Liegt das Ergebnis erhöht, lässt sich die Konzentration mit baulichen Maßnahmen und richtigem Lüften in aller Regel deutlich senken – mehr dazu im Beitrag Radonschutz im Bestand.
Quelle: Zentrale Radonstelle des Landes NRW (Stand: September 2026).
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