Weiße, flockige oder krustige Beläge an Wand, Putz oder Mauerwerk sind meist Salzausblühungen. Sie zeigen, dass Wasser durch die Wand wandert und an der Oberfläche verdunstet. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt und was jetzt zu tun ist.
TERMIN VEREINBARENDie Salze selbst sind für die Gesundheit in aller Regel kein Thema. Für die Wand schon: Beim Auskristallisieren brauchen Salze Platz und können Putz und Steine von innen absprengen. Außerdem ziehen manche Salze Feuchte aus der Luft. Die Wand bleibt dann feucht, auch wenn kein Wasser mehr nachkommt. Die Ausblühung ist ein Hinweis auf Feuchte im Mauerwerk. Ernst nehmen sollten Sie sie vor allem, wenn sie wiederkommt oder sich ausbreitet.
Salze stammen aus dem Baustoff selbst, aus dem Erdreich, aus Streusalz oder bei alten Gebäuden aus früherer Nutzung, etwa Stallhaltung. Wasser löst sie, transportiert sie zur Oberfläche und lässt sie beim Verdunsten zurück. Innen oder außen? Außen zeigen sich Ausblühungen oft nach längeren Regenperioden an der Fassade oder am Sockel, häufig durch Schlagregen oder Spritzwasser. Innen sind sie ein Zeichen, dass Feuchte durch die ganze Wand dringt, etwa aufsteigend aus dem Boden oder seitlich aus dem Erdreich. Mauerwerk und Putz: Auf Klinker und Sichtmauerwerk erscheinen Salze als weißer Schleier. Im Putz führen sie oft zu Abplatzungen und mürben Stellen. Kalk- und Sanierputze reagieren anders als Gips- oder Zementputze, deshalb gehört der Putz mit in die Bewertung. Geht es um den Keller, finden Sie die Einordnung im Beitrag zu Salzausblühungen im Keller.
Bürsten Sie die Salze trocken ab und entsorgen Sie sie. Waschen Sie sie nicht mit Wasser ab, denn dann gehen sie wieder in Lösung und wandern zurück in die Wand. Streichen Sie nicht über. Entscheidend ist, woher das Wasser kommt. Ich messe die Feuchteverteilung mit kapazitivem Messverfahren in verschiedenen Höhen und entnehme bei Bedarf eine Probe für die Salzanalyse im Labor. Die Probenentnahme kostet ab 120 €, die Laboranalyse ab 75 € je Probe, jeweils inkl. MwSt. und vorher mit Ihnen abgestimmt. Erst wenn Ursache und Salzbelastung bekannt sind, lässt sich sagen, ob ein Sanierputz sinnvoll ist oder ob zuerst die Abdichtung erneuert werden muss.
Für die Gesundheit in aller Regel nicht. Für die Bausubstanz schon, weil auskristallisierende Salze Putz und Steine schädigen und die Wand feucht halten können. Wichtig ist vor allem, die Feuchtequelle zu finden.
Trocken abbürsten und die Salze entsorgen, nicht abwaschen. Das beseitigt aber nur das Symptom. Kommt Wasser nach, blühen die Salze wieder aus. Deshalb zuerst die Ursache klären lassen.
Ein Sanierputz kann Salze einlagern und die Oberfläche länger trocken halten. Er ersetzt aber keine Abdichtung. Ohne geklärte Ursache und Salzanalyse ist er oft nur eine Maßnahme auf Zeit.
Mein Büro liegt in Nümbrecht im Oberbergischen Kreis. Von hier aus fahre ich zu Vor-Ort-Terminen in die ganze Region.
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